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9 Betriebsdokumentation

9.1 Programmidentität und Versionsführung​

  • Jede Auslieferung trägt eine eindeutige Versionsnummer, die fest in das Serverprogramm einkompiliert ist.
  • Die eingesetzte Version ist im Programm unter Über GASTO Hotel sowie über den Info-Endpunkt des Servers ersichtlich.
  • Sicherungsdateien speichern die zum Sicherungszeitpunkt aktive Version mit; beim Zurückspielen wird auf Versionsabweichungen hingewiesen.
  • Der Hersteller versioniert den Quellcode und die Auslieferungsartefakte; Windows- Installationsprogramme werden digital signiert ausgeliefert.
  • Entwicklungsstände sind an einem Zusatz an der Versionsnummer erkennbar (-dev, -alpha). Sie werden ausschließlich auf internen Testsystemen des Herstellers eingesetzt, nicht über die Release-Kanäle verteilt und sind für den Produktivbetrieb nicht zugelassen. Eine Produktivinstallation weist stets eine Versionsnummer ohne solchen Zusatz aus.

9.2 Auslieferung und Updates​

GASTO Hotel wird über zwei Release-Kanäle ausgeliefert:

KanalBedeutungEmpfohlen für
stableKuratierte, nach Bewährung freigegebene VersionProduktivsysteme (Standard)
latestJedes Release unmittelbar nach VeröffentlichungSysteme mit Bedarf an neuen Funktionen

Entwicklungsstände bilden keinen Kanal (siehe 9.1).

Grundsätze:

  • Updates dürfen nur durch den Hersteller oder einen vom Hersteller zertifizierten Betreuer (Fachhändler/Systempartner) eingespielt werden. Eigenmächtige Updates durch den Betrieb oder Dritte sind nicht vorgesehen, weil dabei Datenbankschema, TSE-Anbindung und Schnittstellen betroffen sind.
  • Vor Updates wird — je nach Betriebsvariante automatisch — eine Datenbanksicherung erstellt; bei Docker Compose und im Cloud-Betrieb steht ein Rücksetzverfahren bereit.
  • Datenbankschema-Anpassungen erfolgen beim ersten Start der neuen Version automatisch und wiederholbar.

Ablauf je Betriebsvariante:

VarianteAblauf
CloudUpdates werden vom Hersteller zentral ausgerollt; der Betrieb muss nichts veranlassen. Vor jedem Update wird eine Datenbanksicherung erstellt, bei Fehlschlag wird automatisch auf den vorherigen Stand zurückgesetzt.
GASTO CXUpdates werden vom Hersteller bzw. dem zertifizierten Betreuer über die Fernwartung eingespielt; auf Wunsch als geplantes nächtliches Update mit automatischer Vorab-Sicherung und Rücksetzung im Fehlerfall.
Docker Compose (On-Premises)Update über das mitgelieferte Update-Skript durch den Betreuer; Vorab-Sicherung und Rücksetzskript sind Bestandteil des Ablaufs.
Windows-InstallationUpdate über das signierte Installationsprogramm durch den Betreuer; optional als geplantes nächtliches Update. Der Ablauf und die Installationsdetails werden lokal protokolliert. Bei Fehlschlag bleibt die bisherige Version aktiv.

Details je Betriebsvariante: Update-Kanäle.

Bei geplanten Windows-Updates verhindert eine lokale Prozesssperre parallele Update-Läufe. Weitere Auslösungen werden beendet, solange bereits eine Prüfung oder Installation läuft.

Für die betriebsindividuelle Verfahrensdokumentation

Der Betrieb dokumentiert, welcher Kanal eingesetzt wird, wer als zertifizierter Betreuer Updates durchführt und wer sie freigibt, und hält je Update Datum, Ausgangs- und Zielversion fest. Diese Angaben gehören zum Änderungsnachweis der Verfahrensdokumentation (siehe Änderungsnachweis).

9.3 Laufender Betrieb​

AufgabeUmsetzung im SystemEmpfohlener Turnus
Tagesabschluss durchführenFunktion „Tagesabschluss" mit TSE-Signatur und Z-Bonarbeitstäglich
Nicht signierte Belege prüfenKennzeichnung in Beleg- und Abschlussübersichtenarbeitstäglich
Sicherungslauf kontrollierenStatusanzeige und Systembenachrichtigung an Administratorenarbeitstäglich
Kassenbuchsaldo abstimmenKassenjournal mit laufendem Saldoarbeitstäglich
Buchhaltungsexport übergebenAutomatischer oder manueller Export an die Steuerkanzleinach Vereinbarung
Programmierprotokoll durchsehenSchnittstellen → Finanzamtmonatlich / jährlich
RücksicherungstestWiederherstellung in einer Testumgebungmindestens jährlich

9.4 Wartungsmodus​

Für Wartungsarbeiten (insbesondere Wiederherstellungen) kann der Server in einen Wartungsmodus versetzt werden. In diesem Zustand sind fachliche Funktionen gesperrt; zulässig bleiben nur Anmeldung, Statusabfragen und die Verwaltungsfunktionen für Sicherung und Wiederherstellung. Damit ist ausgeschlossen, dass während einer Wiederherstellung neue Geschäftsvorfälle erfasst werden.

9.5 Störungsfälle​

StörungSystemverhaltenErforderliche Maßnahme
TSE/Middleware nicht erreichbarBeleg wird erzeugt und als nicht signiert gekennzeichnet; Fehler wird gespeichert und auf dem Beleg ausgewiesenStörung dokumentieren, Ursache beheben, Belege nachsignieren (siehe Kassensicherheit)
Datenbank nicht erreichbarAnwendung nicht bedienbar; keine Erfassung möglichDatenbank wiederherstellen; Aufzeichnung der Ausfallzeit
IO-Bridge/Drucker nicht erreichbarBelege können weiterhin erzeugt und als PDF ausgegeben werdenErsatzverfahren für die Belegausgabe anwenden
Kartenterminal gestörtKartenzahlung nicht möglichAlternative Zahlungsart erfassen
Sicherungslauf fehlgeschlagenFehlerstatus und Benachrichtigung im System, Protokoll abrufbarUrsache beheben, Sicherung manuell nachholen
Fehlgeschlagenes UpdateVorherige Version bleibt aktiv (Windows) bzw. automatischer Rücksprung auf den vorherigen Stand (Docker Compose, Cloud)Support kontaktieren

9.6 Support und Fernwartung​

  • Support erfolgt durch MSC IT for Business GmbH (E-Mail und Telefon; Kontaktdaten in der Anwendungs-Hilfe) sowie durch zertifizierte Betreuer.
  • Für Fernwartung an Arbeitsplätzen wird eine sitzungsbasierte Fernwartungssoftware eingesetzt; der Zugriff erfordert die aktive Zustimmung des Betriebs für jede Sitzung.
  • GASTO CX: Auf der Appliance ist zusätzlich ein Fernwartungs-/Monitoring-Agent (NinjaOne RMM) installiert. Er baut eine ausgehende, verschlüsselte Verbindung zum Fernwartungsdienst auf und dient der Überwachung (Verfügbarkeit, Speicherplatz, Betriebssystem-Updates) sowie der Wartung durch den Hersteller bzw. den zertifizierten Betreuer. Ergänzend ist ein Sicherungsagent (Acronis Cyber Protect) für die Sicherung des Systems eingerichtet. Der Agent greift auf Betriebssystemebene zu; ein Zugriff auf fachliche Daten erfolgt nur über die regulären Anwendungsfunktionen.
  • Eingriffe des Herstellers in Produktivdaten erfolgen nur auf Anforderung des Betriebs.
Für die betriebsindividuelle Verfahrensdokumentation

Zu ergänzen sind: Zuständigkeiten (Systemverantwortliche, Vertretung), Support- und Wartungsvertrag, Regelungen zur Fernwartung, Notfallkontakte, Verfahren bei längeren Systemausfällen sowie die Aufzeichnung tatsächlicher Störungen.