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4 Kassensicherheit (TSE / DSFinV-K)

4.1 Aufbau der fiskalischen Absicherung​

GASTO Hotel sichert bare und unbare Kassenvorgänge über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) nach § 146a AO / KassenSichV ab. Die Anbindung erfolgt über die fiskaltrust-Middleware:

Deployment der Middleware:

  • Windows-Standalone-Installation: Der fiskaltrust.Launcher wird vom Installationsprogramm mitgeliefert und als eigener Windows-Dienst (fiskaltrust.Launcher install) registriert. Datenverzeichnis: C:\ProgramData\GaHotelFiskaltrust. Kommunikation lokal über http://localhost:1500.
  • Docker Compose / GASTO CX: Der Launcher läuft als eigener Container aus docker/fiskaltrust. Kommunikation über den Compose-Service-Namen http://fiskaltrust:1500.
  • Cloud (Kubernetes): Der Launcher läuft als eigenes Deployment je Mandant (fiskaltrust-Pod) im mandantenspezifischen Namespace.

Ablauf der Signierung ist in allen Varianten identisch:

  1. Der Anwendungsserver stellt die zu sichernden Belegdaten zusammen (Positionen mit Betrag und Steuersatz, Zahlungsart und Zahlbetrag, Belegreferenz).
  2. Die Daten werden über HTTP an die fiskaltrust-Middleware übergeben.
  3. Die Middleware führt die Transaktion in der TSE aus und liefert Transaktionsnummer, Signaturzähler/Signaturwert, Zeitstempel, Seriennummer und den QR-Code-String zurück.
  4. Der Anwendungsserver speichert diese Werte zusammen mit dem Beleg in der Datenbank und gibt sie auf dem Beleg aus.

Die Middleware ist gleichzeitig der Datenlieferant für den DSFinV-K-Export und das TSE-Journal (TAR-Datei).

4.2 Signierte Vorgänge​

VorgangSignierung
Zahlbeleg (bar und unbar)Ja — als Kassenbeleg mit Einzelpositionen (Menge, Bezeichnung, Bruttobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag) und Zahlungszeile mit der Zahlungsart
Storno eines ZahlbelegsJa — eigener Beleg mit umgekehrtem Vorzeichen und eigener Signatur
Kassenbucheintrag (manuelle Erfassung, z. B. Einlage/Entnahme)Ja — bei Neuanlage und bei Storno-Gegenbuchung
Automatische Kassenbuchbuchung aus einem BarzahlbelegNein — der zugrunde liegende Zahlbeleg ist bereits signiert; eine zweite Signatur würde denselben Vorgang doppelt erfassen
Tagesabschluss (Z-Bericht)Ja — als Tagesabschlussbeleg; die Signaturdaten werden im Tagesabschluss gespeichert und auf dem Z-Bon ausgegeben
Zahlung auf Debitorenkonto (Zahlungsart „Rechnung“)Nein — hier findet keine Vereinnahmung an der Kasse statt; der Vorgang wird ausschließlich in der Rechnungs- und Debitorenverwaltung geführt

Ist keine TSE konfiguriert (z. B. Betrieb außerhalb Deutschlands oder vor Inbetriebnahme der TSE), werden Belege regulär erzeugt, jedoch ohne Signaturdaten.

4.3 Gespeicherte Signaturdaten​

Zu jedem signierten Beleg werden unter anderem gespeichert:

  • Transaktionsnummer und Seriennummer der TSE
  • Signaturwert und QR-Code-String (Kassenbeleg-V1)
  • Start-, Ende- und Prozessbeginn-Zeitpunkt der Transaktion
  • Belegidentifikation, Vorgangs-/Order-ID, Kassen-/Queue-Identifikation
  • Vollständiger Anfrage- und Antwort-Datensatz der Middleware (Rohdaten) zur revisionssicheren Nachvollziehbarkeit
  • Fehlertext, falls die Signierung nicht möglich war

Diese Felder werden ausschließlich vom Anwendungsserver geschrieben; eine Bearbeitung über die Oberfläche ist nicht vorgesehen.

4.4 Belegausgabe mit Signatur​

Auf dem Zahlbeleg werden die Signaturangaben ausgegeben, insbesondere:

  • Transaktionsnummer, Seriennummer der TSE, Signaturzähler/Signaturwert
  • Start- und Endzeitpunkt der Transaktion
  • QR-Code zur maschinellen Prüfung, erzeugt aus dem von der TSE gelieferten Kassenbeleg-V1-String

Zeitangaben im QR-Code folgen dem in der DSFinV-K definierten Format (UTC nach ISO 8601), die lesbaren Zeitangaben auf dem Beleg der lokalen Zeitzone. Eine scheinbare Abweichung zwischen beiden Angaben ist die Zeitzonendifferenz.

4.5 Verhalten bei TSE-Ausfall​

Fällt die TSE oder die Middleware aus (Defekt, Netzwerkstörung, nicht erreichbarer Dienst), verhält sich das System wie folgt:

  1. Der Vorgang wird nicht blockiert. Der Beleg wird erzeugt und gespeichert; die Kassenbuchbuchung eines Barvorgangs erfolgt unabhängig von der Signierung.
  2. Der Fehler wird am Beleg gespeichert (Feld für den TSE-Fehlertext) und auf dem ausgegebenen Beleg ausgewiesen. Ein Beleg ohne Transaktionsnummer ist damit als nicht signiert erkennbar.
  3. Der Fehler wird protokolliert und ist in den Belegübersichten über die Kennzeichnung „nicht signiert“ auswertbar.
  4. Nachsignierung: Nicht signierte Zahlbelege können nach Behebung der Störung über die Funktion zum erneuten Signieren nachträglich signiert werden. Dabei werden bereits erfolgte Kassenbuchbuchungen nicht dupliziert (technisch durch eine eindeutige Zuordnung Quellbeleg → Kassenbuchzeile abgesichert).
Pflichten des Betriebs bei TSE-Ausfall

Ausfallzeitpunkt, Ausfalldauer, Ursache und ergriffene Maßnahmen sind vom Betrieb zu dokumentieren (AEAO zu § 146a, Nr. 1.14). Die Ausfallursache ist unverzüglich zu beheben. Es empfiehlt sich, die Belegübersicht arbeitstäglich auf nicht signierte Belege zu prüfen.

4.6 Tagesabschluss (Z-Bericht)​

  • Der Tagesabschluss fasst alle Rechnungen, Zahlbelege und Kassenbewegungen des Abschlusszeitraums zusammen (Zeitraum von/bis, Summen brutto/netto/Steuer, Bar- und Unbarsummen, Anzahl Belege, Stornoerträge, Trinkgeld, ausführender Benutzer).
  • Der Abschluss wird über die TSE signiert; Signaturdaten und QR-Code werden im Abschluss gespeichert und auf dem Z-Bon ausgegeben.
  • Der Z-Bon wird als PDF archiviert und ist jederzeit reproduzierbar.
  • Der Tagesabschluss ist zugleich Auslöser nachgelagerter Automatismen (z. B. Anstoß des Finanzbuchhaltungsexports gemäß eingestelltem Turnus).
  • Fehler bei der Signierung des Abschlusses werden am Abschlussdatensatz gespeichert und auf dem Z-Bon ausgewiesen.

Ergänzend steht der Mitarbeiter-/Schichtabschluss zur Verfügung, der die Vorgänge eines Bedieners abrechnet.

4.7 Kassenbuch​

  • Das Kassenbuch führt ein fortlaufendes Journal aller Barvorgänge mit laufendem Saldo.
  • Barzahlungen und deren Storni werden automatisch aus den Zahlbelegen gebucht; manuelle Einlagen, Entnahmen, Einnahmen und Ausgaben werden erfasst und signiert.
  • Zu jeder Buchung kann ein Belegabbild hinterlegt werden; bei automatisch gebuchten Vorgängen wird das erzeugte Beleg-PDF verknüpft.
  • Einträge sind nach dem Tagesabschluss nicht mehr bearbeitbar; Korrekturen erfolgen über Gegenbuchungen.
  • Das Kassenbuch kann als PDF-Journal ausgegeben werden.

Das System führt eine zentrale Hotelkasse; getrennte Kassenkreise mit eigenem Bargeldbestand werden nicht abgebildet.

4.8 Exporte für die Finanzverwaltung​

ExportInhaltAufruf
DSFinV-KStandardisierter Kassendatenexport aus der fiskaltrust-MiddlewareÜber die TSE-Schnittstelle in der Anwendung; zusätzlich automatisch in der Datensicherung enthalten
TSE-Journal (TAR)Signierte Rohdaten der TSE-Transaktionenwie vor
ProgrammierprotokollÄnderungen an kassenrelevanten Stammdaten je Berichtsjahr als PDFSchnittstellen → Finanzamt
Buchungsstapel (DATEV EXTF)Buchungssätze für die FinanzbuchhaltungSchnittstellen → Finanzbuchhaltung

Siehe auch die Anwenderdokumentation: TSE / fiskaltrust, Finanzamt, Tagesabschluss, Kassenbuch.

Für die betriebsindividuelle Verfahrensdokumentation

Zu ergänzen sind: eingesetzte TSE (Art, Seriennummer, Zertifikatslaufzeit, Betriebsort), Meldung der Kasse nach § 146a Abs. 4 AO, Kassenanweisung, Regelungen zu Kassensturz und Zählprotokoll sowie die Zuständigkeit für die tägliche Kontrolle der Abschlüsse.